Systemisches Familienstellen
nach Hellinger

Hintergründe

Historischer Weg des Familienstellens

Systemisches Aufstellen therapeutisch zu nutzen ist nicht die „Erfindung“ Bert Hellinger´s, vielmehr greift Hellinger auf systemische Prinzipien und systemische Formeln der Aufstellungen zurück, wie sie schon vor ihm von anderen entwickelt und praktiziert wurden.

Virginia Satir hatte schon früh das grundlegende Prinzip der Aufstellung entworfen, um aus humanistischer Perspektive die Situation des Kindes im Familienverband zu beleuchten und seine Versorgung mit Ressourcen zu fördern.

Jacob L. Moreno hat später darauf zurückgegriffen und die Methode der Aufstellung genutzt, innerseelische Vorgänge darzustellen und psychodramatisch zu verändern.

Beide Formen der Aufstellung werden bis heute eigenständig genutzt und angewandt.

Gregory Bateson hat den systemischen Gedanken wissenschaftlich verfolgt und für die Familientherapie erschlossen. Sein Hauptaugenmerk galt der Schizophrenieforschung und des „double-bind"-Phänomens. Er konnte zeigen, dass widersprüchliches Verhalten der Eltern für das Kind wie eine Beziehungsfalle wirken kann, wobei Orientierungslosigkeit und Hilflosigkeit entstehen. Familientherapeutisch betonte er: „das Kind muss aus den Verstrickungen der Eltern gelöst werden!“

Paul Watzlavik hat die Arbeiten Batesons aufgegriffen und den systemisch-kommunikativen Aspekt von psychischen Störungen unterstrichen. Insgesamt hat Watzlavik die humanistischen Gedanken, wie sie in Amerika diskutiert wurden, in Deutschland bekannt gemacht - so auch die Aufstellungsprinzipien nach Satir und Moreno.

Bert Hellinger hat hauptsächlich das Vorgehen Satir`s studiert und schließlich eigenständig weiterentwickelt und im Sinne seiner theologisch-philosophischen Anschauungen verändert. Die Methode des „Familienaufstellens" nach Hellinger ist heute sehr weit verbreitet: primärer Gedanke dieser Arbeit: viele persönliche Schwierigkeiten sind als Verstrickungen mit dem „System Familie" zu begreifen und bedürfen der Lösung da sie in der Regel einen toxischen Gesundheitseinfluss beinhalten.

Sophie Hellinger sie hat unter dem Einfluss ihres Mannes und aus ihrer Erfahrung aus unzähligen anderen therapeutischen Methoden die energetische Arbeitsweise vertieft und verfeinert. So war sie diejenige die die Hellinger Schule in´s Leben gerufen hat und die es ermöglichte das das heute verbreitete „systemische Familienstellen“ auch gelehrt werden kann.

Familienaufstellen nach B. Hellinger

In der Schicksalsgemeinschaft der Familie wirken tiefe, seelische Bindungen, die mehrere Generationen zurückreichen können und unser persönliches Schicksal, meist unbewusst, stärken oder schwächen.

Wenn Menschen negative Erfahrungen nicht bewältigen können, entstehen psychische Probleme und seelische Konflikte. Solche Überforderungen und "Traumatisierungen" werden insbesondere durch dramatische Ereignisse (z.B. schwere Erkrankungen, plötzliche Todesfälle) oder lang andauernde soziale Stresssituationen hervorgerufen (z.B. sexueller Missbrauch, Alkoholismus der Eltern).

Traumatisierende Erfahrungen werden häufig unbewusst an das eigene Familiensystem weitergegeben. Manche Ereignisse in einem Familiensystem, wie z.B. früher Tod eines Elternteils oder eines Geschwisters, wirken lange nach. Belastende Erfahrungen der Eltern (z.B. Scheidungen) wirken auf die Kinder fort.

Jedes Kind ist in der Tiefe liebevoll mit seiner Familie Verbunden. Diese Bindung schützt nicht vor familiären Belastungen so dass die Kinder (und wir sind alle Kinder) die ungelösten Schwierigkeiten mittragen. So entstehen über mehrere Generationen hinweg unbewusste Wiederholungen von Ereignissen, die Leid und Unglück erzeugen. Die Beteiligten geraten dadurch in tiefe seelische Verstrickungen und können sich nur schwer aus solchen belastenden und zuweilen sogar verwirrenden Schicksalsverbindungen lösen. Schwere seelische Konflikte bis zu körperlichen Manifestationen (Krankheiten) sind die Folgen und münden in Verhaltensweisen, Gefühlen und Wertvorstellungen, die dem Familiensystem verdankt und durch herkömmliche Therapien, Körperarbeit und Meditation kaum aufzulösen sind.